In 60 Minuten durch die Landesgeschichte

von Gunda Köster

Vortrag von Prof. Oliver Auge (CAU) über „Die Rolle Schleswig-Holstein in der deutschen Geschichte“

In 11 Abschnitten lieferte Professor Auge einen zügigen Ritt durch die schleswig-holsteinische Geschichte seit dem Mittelalter. Dabei ging er immer wieder auf Parallelen und Verbindungen unserer Landesgeschichte zur deutschen, europäischen und Weltgeschichte ein. Jedes der 11 Themen illustrierte er mit einen Bild. Zum Glück bietet unsere Geschichte auch viele wahre spannende, heute lustige oder grauenhafte Geschichten, an denen Professor Auge historische Entwicklungen greifbar machen konnte, wie es auch in einer guten Geschichtsvorlesung an der Universität sein sollte.

Schüler/innen der 11a waren besonders beeindruckt davon, dass Johann Friedrich Struensee als Arzt und Aufklärer den Dänischen Gesamtstaat modernisieren wollte, sogar die Pressefreiheit einführt, dann aber 1772 über seine Affäre mit der Königin „stolperte“, zum Tode verurteilt, geköpft und gevierteilt wurde.

Großen Eindruck machte auch die Geschichte des Idstedt-Löwen, der als Symbol des Sieges zunächst von Dänen in Flensburg 1862 aufgestellt wurde, dann von den siegreichen Preußen 1867 nach Berlin „entführt“, nach dem 2. Weltkrieg vorläufig nach Kopenhagen gebracht wurde und jetzt mit dem Einverständnis der dänischen Regierung seit 2011 wieder in Flensburg steht.

Die letzte Station des Vortrags spielte in den Regierungszeiten der Ministerpräsidenten Barschel (CDU) und Engholm (SPD), die beide mit unrühmlichen Affären endeten (1987 und 1993) und weitreichende Auswirkungen auf die deutsche Politik hatten. Uwe Barschel starb auf bis heute ungeklärte Weise in einem Schweizer Hotel. Björn Engholm war die weitere Karriere, möglicherweise ins Bundeskanzleramt, versperrt.

Nach dem einstündigen Vortrag gab es noch Zeit, Fragen zu stellen. Ein gutes Konzept, um unseren Schüler/inne/n die Universität schmackhaft zu machen, aber auch, um sie die Grenzen ihres Wissens und Verstehens zu diesem Zeitpunkt ihrer Entwicklung, mit 15 bis 18 Jahren, spüren zu lassen.

Schüler/innen der 11 a fanden den Vortrag überwiegend gut verständlich und interessant gehalten. Sie merkten aber natürlich auch, dass sie ohne Vorkenntnisse zu Landesgeschichte nicht immer folgen konnten, vor allem zu den früheren Epochen. Slawen in Schlewig-Holstein? Lübeck als Hanse-Hauptstadt? Die Rechte der Stände? Ripener Vertrag? Das war alles recht fremd. Ab dem Absolutismus waren dann mehr Kenntnisse vorhanden, an die unsere Schüler/innen anknüpfen konnten. Die Begeisterung für das Angebot, einen Universitätslehrer „life“ zu hören, war natürlich je nach Interesse am Fach, Geschichtsverständnis und Wissensdurst der Schüler/innen unterschiedlich.

Gunda Köster

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